Koblenz. „Ohne HelleWecKs wär es still im Wald... „ klingt aus den Kehlen von 20 Viertklässlern der Grundschule in Koblenz-Lützel zum Auftakt der Lehrer-Info-Tage bei der Handwerkskammer Koblenz. Begeistert bieten die Jungen und Mädchen den Anwesenden ein besonderes Ständchen. Mimik und Gestik zeigen: Allen macht es großen Spaß aus der Welt der HelleWecKs zu singen. Klassenleiter Thomas Keßler und Sabrina Jörg, die die Lieder mit den Kindern einstudiert haben, bestätigen das. „Wir haben das Kinderbuch von Stefan Gemmel und der HwK Koblenz „Sind die HelleWecks noch zu retten? im Unterricht gelesen und mit den dazu ergänzenden Unterrichtsmaterialien (Literaturwerkstatt genannt) gearbeitet. Die Kinder werden zum Musizieren und anderen kreativen Dingen angeregt und mit Fragen des Handwerks vertraut gemacht“, so Sabrina Jörg. Die Berufsorientierung kann nicht früh genug beginnen“, ist auch ihr Kollege überzeugt.
Grundschüler aus Lützel singen am 4. Lehrer-Info-Tag einen HelleWecKssong. Foto: P!EL media
Grundschule muss Zukunftswerkstatt ein
Berufsorientierung in der Grundschule – Zu früh? So lautete die provokante Fragestellung im Impulsreferat von Dr. Wolfgang Alberts, Pädagogischer Direktor der Universität Koblenz. „Forschungsergebnisse zeigen, dass Berufsorientierung niemals zu früh ist, so Alberts. Er belegte dies unter anderem aus anthropologischer, entwicklungspsychologischer, gesellschaftlicher und schulischer Sicht. „Die Kinder wollen nicht nur wissen, sondern ihr Wissen auch erweitern. Gerade im Grundschulalter erwerben sie ein differenziertes Bild von sich und von anderen“, so Alberts. Er forderte verbesserte Rahmenbedingungen, die die frühzeitige berufliche Orientierung der Kinder an der Grundschule fördern. Aberts sprach beispielsweise von einer „Mobilen Lernwerkstatt“. „Statt Defizite einzuklagen, dass es den jungen Leuten an Kompetenzen fehlt, sollte man ihre Fähigkeiten und Leistungsmöglichkeiten herausfordern“, betonte er. „Die Schule muss Zukunftswerkstatt sein.“
Eltern – Schule – Handwerk = Erfolgsrezept
Mareile Wilbert, Koordinatorin des „HelleWecKs-Projekts bei der Handwerkskammer Koblenz, berichte, dass das im April diesen Jahres erschienene Kinderbuch inzwischen über 4000 Mal verkauft ist. Alle Grundschulen im nördlichen Rheinland-Pfalz sind im Besitz des Buches. Es wurde bundesweit an über 500 Multiplikatoren aus Politik, Bildung und Wirtschaft verschickt. Es ist ein Nachwuchsgewinnungs-Projekt der HwK Koblenz im Rahmen der Kampagne „Morgen Meister!“, das sie zusammen mit den rheinland-pfälzischen Handwerkskammern und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Außenstelle Koblenz ins Leben gerufen hat. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen ist Schirmherrin der HelleWecKs. Sie war die erste Vorleserin aus dem Buch. Im April feierten rund 5000 Dritt- und Viertklässler aus ganz Rheinland-Pfalz mit ihren Lehrern und den begleitenden Eltern eine Riesenparty. Sie schlüpften einen Vormittag in die Rolle eines Handwerkers und lernten über 80 Ausbildungsberufe selbsttätig kennen. HelleWecKs-Ferienpraktika und -Praxistage für Grundschüler stoßen auf überwältigende Resonanz bei Kindern, Lehrern und Eltern. „Dieser Dreiklang von Elternhaus, Schule und Handwerk ist das Erfolgsrezept der HelleWecKs“, der auch weiter glühen wird“, so ein Fazit der Projektleiterin. „Alle Veranstaltungen basieren auf eigenem Erleben. Begreifen durch Greifen.“ Das Engagement von Pop-Star Thomas Anders und zahlreiche Aktionen, wie die Helle-Wecken zum Anbeißen, Lehrer-Workshops und die Ausstellung „HelleWecKs unterwegs“ sorgen für rasche Verbreitung des einmaligen Projekts. Auch die Veranstaltung „Berufsorientierungstag – Primarstufe“ zu den Lehrer-Info-Tagen war Premiere.
Informationen zu den Lehrer-Info-Tagen bei der Handwerkskammer Koblenz
Weitere Infos zu den HelleWecKs bei der Pädagogischen Anlaufstelle der HwK Koblenz, Tel.: 0261/ 398-343, Fax: -989, E-Mail: hellewecks@hwk-koblenz.de
Weitere Bilder vom 4. Tag der Lehrer-Informationen findest Du hier
Stand: 14.11.2008