KOBLENZ. Sarah-Lena und Jonas wissen ganz genau, was sie wollen: Zielstrebig marschieren sie durch das Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation in Koblenz und suchen sich die besten Fotomotive. Stimmt das Licht? Ist der Ausschnitt der richtige, und wie wird die Kamera so eingestellt, dass ein optimales Foto entsteht? Die beiden 9- und 10-Jährigen gehören zu den fast 500 Schülerinnen und Schülern, die ihre Ferien in den HelleWecks-Ferienpraktika bei der Handwerkskammer Koblenz verbringen – einem speziell auf die Klassenstufen 3 und 4 zugeschnittenen Programm. An zwei Tagen erobern die Kinder auf spielerisch leichte Weise unter professioneller Anleitung Handwerksberufe nach ihrer Wahl – vom Fotografenhandwerk über Metallbauer, Bäcker oder Friseure Berufsfindung der ganz anderen Art.
In die Welt des Handwerks auf spielerisch leichte Weise eintauchen - darum geht es bei den HelleWecKs-Ferienpraktika der Handwerkskammer Koblenz - hier bei den Fliesenlegern. Foto: HwK Koblenz
Für die Ausbildungsmeister und Lehrlinge in den Werkstätten der HwK-Berufsbildungszentren in Koblenz, Bad Kreuznach, Cochem, Wissen, Herrstein und Rheinbrohl sind es besondere Tage, wenn sie für die jüngsten Handwerker da sind und mithelfen, dass die Arbeit mit Kamm, Fotoapparat, Feile oder Säge klappt. Für die Kinder sind es besondere Erfolgserlebnisse, und das Echo ist entsprechend gut: „Es macht Riesenspaß und wir haben hier viel erlebt“, strahlen Daniela und Lilli um die Wette. Beide sind acht Jahre alt und haben bei „HelleWecKs Schickeria“ gelernt, wie die Frisur richtig sitzt oder Haare getönt werden. Auch hier, bei den Friseuren, war volles Haus. Und auch die HelleWecKs als Namensgeber dieses speziellen Ferienangebotes, kennen sie: „Sie sehen mit ihren gelben Haaren aus wie Löwenzahn und wir haben natürlich auch das Buch ‚Sind die HelleWecKs noch zu retten?’, gelesen. Eine tolle Geschichte.“
Auch Nadja (10) aus Linkenbach ist begeistert. Sie ist das einzige Mädchen in ihrer Gruppe bei „HelleWecKs bauen“. Handwerklich flink und äußerst geschickt baut sie mit Julian (8) in Rekordzeit einen Kamin. Später will sie „selbst einmal Maurerin werden und bei der Handwerkskammer den Meister machen, bevor sie ihren eigenen Betrieb gründet.“ Ihrem Vater hat sie versprochen, eine Garage zu bauen. „Die Kleinen sind so motiviert, man kann sie kaum stoppen“, freut sich auch Ausbilder Michael May. Die Begeisterung der jungen Handwerkergeneration ist auch auf die Jugendlichen aus HwK-Sondermaßnahmen übergesprungen, die an diesem Tag mithelfen, dass alles reibungslos funktioniert. Sie packen dort mit an, wo es kleine Probleme gibt oder mit Werkzeugen gearbeitet werden muss, die nichts für Kinderhände sind. Gemeinsam mit den Schülern arbeiten sie im Team – auch das kommt gut an bei den HelleWecKs-Kindern. Emilia und Nadine, beide 9 Jahre: „Es ist ganz toll, dass man hier mit so vielen zusammen arbeiten kann. Alle helfen sich gegenseitig!“
Was auffällt: In technisch orientierten Handwerksberufen greifen viele Mädchen zum Werkzeug – so bei „HelleWecKs stecken, biegen, staunen“, einem Angebot im Bereich Metallbau. Auf der anderen Seite interessieren sich viele Jungs für Handwerksberufe, in denen nicht körperliche Kraft die dominierende Rolle spielt, so bei den Fotografen oder Fliesenlegern. Unter ihnen auch Schüler der siegreichen Grundschule Frei-Laubersheim, die bei dem Großen HelleWecKs-Tag am 2. September die HelleWecKs-Rallye gewonnen hatten.
„Unser Angebot, in den Ferien verschiedene Handwerksberufe kennen zu lernen, ist ein Volltreffer. Die Teilnehmerzahlen steigen, bereits vor Wochen wussten wir, dass jeder Platz in den Werkstätten besetzt ist“, erläutert Bernd Hammes, Leiter der Aus- und Weiterbildung der Handwerkskammer Koblenz. Viele Eltern, die ihre Kinder auch von weither zur Handwerkskammer bringen, begrüßen das Angebot und finden es gut, die Ferienzeit für die erste Berufsorientierung zu nutzen.
„Die Kinder lernen so die Berufswelt des Handwerks kennen, denn für das Handwerk geht es auch um das wichtige Thema Nachwuchssicherung. Die Schüler von heute sind die Lehrlinge von morgen“, so Hammes. Bis es soweit ist, erfreuen die eifrigen Waldwesen ihre jungen Leser im Buch von Stefan Gemmel, das jetzt auch auf der Buchmesse in Frankfurt, der Jugendbuchmesse in Saarbrücken, den Jugendbuchausstellungen in Hannover, Berlin, Hamburg, Halle, Karlsruhe und Stuttgart sowie bei den Wanderausstellungen in Oldenburg, Lörrach, Ulm und Luxemburg präsentiert wird und über den Buchhandel zu beziehen ist.
Nach dem Riesenerfolg und starken Echo auf das HelleWecKs-Ferienpraktikum in diesen Tagen bietet die Handwerkskammer die nächste Möglichkeit, Spaß und Berufsfindung zu verbinden in den Osterferien (2. und 3. April 2009) sowie in den Sommerferien (16. und 17. Juli 2009)
Weitere Infos zu den HelleWecKs bei der Pädagogischen Anlaufstelle der HwK Koblenz, Tel.: 0261/398-343, Fax: -989, E-Mail: hellewecks@hwk-koblenz.de
Bilder von den beiden Tagen findest Du hier.
Stand: 14.10.2008